"Billag-Gebühren sind Gift für Medienlandschaft."

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Im Interview mit "No Billag" äussert sich der Verleger und Chefredaktor der Weltwoche deutlich. Die Billag-Gebühren gehörten abgeschafft.

No Billag: Mit der Bekanntgabe Ihrer Nationalratskandidatur werden Sie sich wahrscheinlich nicht viele Freunde gemacht haben. Wie gehen Sie mit den Anfeindungen gegen Ihre Person um?

Roger Köppel: Ich hatte eher sehr viele und sehr positive Reaktionen. Ich hatte das so nicht erwartet. Es werden sicher auch noch Anfeindungen kommen. Aber das ist doch nicht wichtig. Wer sich über mich aufregt, dem sage ich: Er muss mich ja nicht wählen. Und niemand wird ihn zwingen, meine Ansichten gut zu finden.

No Billag: Auch wird niemand gezwungen, die Weltwoche zu abonnieren. Ganz anders hingegen bei der SRG, deren Programme alle mit Zwangs-Gebühren mitfinanzieren müssen. Befürworten Sie die Abschaffung der Billag-Gebühr, so wie es die Volksinitiative der bürgerlichen Jungparteien fordert?

Roger Köppel: Zu den technischen Details der Initiative kann ich mich nicht kompetent äussern. Vom Grundgedanken her aber befürworte ich die Forderung sehr. Medien dürfen nicht vom süssen Subventionsgift des Staates abhängig gemacht werden, sonst können sie die Classe politique nicht mehr unabhängig kritisieren. Würde die Weltwoche von staatlichen Subventionen leben, wären wir gefangen und nicht mehr in der Lage, kritisch und unabhängig zu berichten. Die Billag-Gebühren sind Gift für die Schweizer Medienlandschaft.

No Billag: In einem seiner ersten Vorstösse im Jahr 2000 forderte Neo-Nationalrat und heutiger Weltwoche-Kolumnist Christoph Mörgeli, die SRG solle sich – wie alle anderen Unternehmen auch – selbst finanzieren. Danach wurde er in Sendungen der SRG mit unbewiesenen Vorwürfen öffentlich blossgestellt und sogar zum Rücktritt aufgefordert. Wie mächtig ist die SRG?

Roger Köppel: Die SRG ist übermächtig. Regelmässig missbraucht sie ihre enorme Macht, indem sie ihr unliebsame Personen oder Unternehmen an den Pranger stellt. Die staatlich geförderten SRG-Journalisten dürfen jetzt sogar stasimässig mit versteckter Kamera herumschnüffeln, wie dieses unsägliche Urteil des europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte anscheinend festhält. Ich staune immer wieder, wie Rundschau-Moderator Brotz zum Rambo mutiert, wenn ihm ein Christoph Mörgeli vors Mikrophon gerät. Interviewt er dann aber eine Finanzministerin oder einen Bundesrat Burkhalter, wird er zahm wie ein Lämmchen. Dafür soll ich jetzt dann auch noch als Unternehmer und Privatperson Steuern zahlen müssen?

 

 

 

Autor: No Billag