Gastbeitrag: Zuviel Gebühren für ein zu grosses Angebot!

Haben Sie sich schon Gedanken gemacht, was mit den 462 Franken passiert welche jed­er von uns (heute jed­er der ein Emp­fangs­gerät für Radio / TV besitzt, ab 2019 jede und jed­er, auch ohne ein Emp­fangs­gerät) bezahlen muss? Wenn man sich all­ge­mein mit den Gebühren befasst, fällt auf, dass die SRG 1.2 von ins­ge­samt 1.3 Mil­liar­den Franken der Gebührenein­nah­men für den sehr gut aus­ge­baut­en „Ser­vice Pub­lic“ erhält (Zahlen Bund 2014). Von diesen Zwangs­ge­bühren fliessen lediglich 54.5 Mio. Franken an lokale und regionale Rund­funkan­bi­eter und rund 54 Mil­lio­nen an den Inkas­so­be­trieb Bil­lag. Das Ange­bot der SRG ist so umfan­gre­ich gewach­sen, dass eine gebühren­gerechte Nutzung aus­geschlossen ist. (Auszug Gebühre­naufteilung am Ende des Beitrages)

Das Bud­get der SRG von 1.2 Mil­liar­den Franken wird jedes Jahr voll aus­geschöpft und Sig­nal gegeben, dass das Bud­get für den ange­bote­nen Ser­vice bei aktuellem Umfang nicht aus­re­icht. Jed­er der die Poli­tik der  Staats­be­triebe ken­nt (Beispiel Armee) weiss, dass das Bud­get, welch­es bewil­ligt wurde, in jedem Fall genutzt wer­den MUSS, um keine Kürzun­gen hin­nehmen zu müssen oder eine mögliche Erhöhung des Bud­gets zu ver­passen. Wie stark die SRG das Bud­get bei steigen­den Gebührenein­nah­men auss­chöpft (zunehmende Bevölkerungszahl sowie Fir­men die nun eben­falls Gebühren bezahlen müssen), wird deut­lich, bei der kleinen und noch nicht voll­ständi­gen Auflis­tung an „Ser­vice Pub­lic“, welch­er mit den Gebühren finanziert wird:

  • Srf1
  • Srf2
  • Srf info
  • RTS un
  • RTS Deux
  • RSI LA 1
  • RSI LA 2
  • Radio Srf 1 (region­al Unter­schiedliche Pro­gramme)
  • Radio Srf 2
  • Radio Srf 3
  • Radio Srf 4 news
  • Radio Srf virus
  • Radio Srf Musik­welle
  • La Pre­mière
  • Espace 2
  • Couleur 3
  • Option Musique
  • Rete Uno
  • Rete Due
  • Rete Tre
  • Radio Rumantsch
  • Swiss Satel­lite Radio (SSatR – Radio Swiss Pop, Radio Swiss Clas­sic, Radio Swiss Jazz)
  • Srf3 Handy App
  • Sportüber­tra­gun­gen (Fuss­ball / Hock­ey / Ski / Olympia / Ten­nis / Motor­sport / etc.)
  • SRF Meteo (Gesamte Abteilung für alle Sender und For­mate)
  • Eigen­pro­duzierte Dok-Serien (Srf abschlussklasse / Aben­teuer New York / Äquator/ Assis­ten­zärzte / Auf und davon / die Weltverbesser­er / Donau / grüezi Schweiz / IKRK / Inter­natss­chule ftan / Ja, ich will / Kreuz­fahrt / Krim­i­nalfälle / Langstrasse / Liebe auf Umwe­gen / Old bur­ma road / Rega 1414 / Sei­den­strasse / Tatort Mat­ter­horn / Wir sind die Schweiz etc.)
  • Sendun­gen (SRF Dok / Reporter / CH: Film­szene / Mite­nand / Netz Natur / Stern­stunde Kun­st / Stern­stunde Musik / Stern­stunde Reli­gion
  • Web­doks (Spitzel, Spi­one / IKRK / Donau / Sei­den­strasse / Langstrasse)
  • Diverse Sendun­gen (bsp. Glanz und Glo­ria / 1 gegen 100 / 52 beste Büch­er / Aeschbach­er / Are­na / Gia­cob­bo und Müller / Der Bestat­ter / Tatort / etc. etc. etc. https://www.srf.ch/sendungen-a-z )
  • Radio SRF 3 diverse Ein­schübe zu Musikpro­gramm wie Satirik­er / Filmkri­tik­er / Game­tester / etc.
  • Online Pod­cast Stream­ing Ange­bot

             
Quelle SRG
Auszug aus den auffind­baren Quellen Online zu den Kosten der aus­ges­trahlten Sendun­gen des Schweiz­er Fernse­hens SRF

(Rand­no­tiz: Branchen­weit zahlt die SRG über­durch­schnit­tlich hohe Löhne an Ihre Angestellte.)

Pro­duk­tion­skosten für eine Schweiz­er Aus­gabe des „Tatort“ betra­gen rund 2.1 Mil­lio­nen Franken. Eine ein­stündi­ge Episode des „Bestat­ters“ kostet 719‘000 Franken. Quelle  https://www.nzz.ch/schweiz/ein-tatort-kostet-21-millionen-franken-1.18633322

Showrei­hen und mehrteilige, zumeist live aus­ges­trahlte Show­events wie «Die grössten Schweiz­er Tal­ente», «Hap­py Day», «Donnschtig-Jass» oder «SRF bi de Lüt – Live» kosten durch­schnit­tlich 549‘000 Franken pro Folge. Die Kosten für ein­ma­lige Show­events wie «Viva Volksmusik», «Swis­sAward», «Kilchsperg­ers Jass-Show», «100% Schweiz­er Musik», «Jet­zt oder nie – Lebe deinen Traum» oder Spezialaus­gaben beste­hen­der Quizsendun­gen liegen im Schnitt bei 597‘000 Franken. Neben Shows hat SRF am Sam­stagabend auch The­ater-, Konz­ert- und Kleinkun­staufze­ich­nun­gen im Pro­gramm, die mit durch­schnit­tlich 122‘000 Franken zu Buche schla­gen. Mehrmals pro Jahr ist SRF Part­ner bei inter­na­tionalen Kopro­duk­tio­nen wie «Spiel für dein Land», dem «Euro­vi­sion Song Con­test» oder «Hit auf Hit». Die finanzielle Beteili­gung von SRF beträgt durch­schnit­tlich 184‘000 Franken.

Seit 2008 sind Vik­tor Gia­cob­bo und Mike Müller mit ihrem satirischen Wochen­rück­blick am späten Son­ntagabend in «Gia­cob­bo / Müller» auf Sendung. Die bei­den Satirik­er kom­men­tieren in ihrer Late-Night-Show die Geschehnisse der ver­gan­genen sieben Tage. Rund 30 Fol­gen von «Gia­cob­bo / Müller» in ein­er Früh­lings- und ein­er Herb­st­staffel strahlt SRF jährlich aus. Dazu kom­men auf dem Sende­platz fünf Fol­gen von «Com­e­dy aus dem Labor», einem Quer­schnitt durch die vielfältige Schweiz­er Com­e­dy-Szene. Michel Gam­men­thaler präsen­tiert Komik­er und Kleinkün­stler mit neuen Büh­nen-Com­e­dy-Num­mern. Eine Folge ein­er Com­e­dy-Sendung bei SRF kostet durch­schnit­tlich 110‘000 Franken.

Quelle: http://www.srf.ch/unternehmen/unternehmen/sendungskosten/sendungskosten-allgemein/unterhaltungs-und-musiksendungen

Weit­ere Quellen zu „So viel kosten die SRF-Sendun­gen“: https://www.bluewin.ch/de/entertainment/tv/artikel-redaktion1/2015/10/srf-sparrunde-so-viel-kosten-einzelne-sendungen-zahlen-veroeffentlicht-voice-10vor10-news-sport.html

Gemäss Erfahrun­gen aus meinem per­sön­lichen All­t­ag liegt auf der Hand, dass man gerne ein bis zwei oder sog­ar drei oder auch vier dieser For­mate nutzt und als hil­fre­ich, infor­ma­tiv oder span­nend empfind­et. Aber mit Blick auf das sehr umfan­gre­iche Ange­bot ist es erschreck­end, wieviel man von all dem bere­its bezahlten Ange­bot im All­t­ag nutzt. Dass die SRG nach ein­er erfol­gre­ichen “JA zur Abschaf­fung der Billag-Zwangsgebühr”-Abstimmung gezwun­gen wird, sich selb­st via Wer­bung oder PayTV zu finanzieren, ist längst über­fäl­lig gewor­den. Damit löst man sich zwar auf einen Schlag von einem riesi­gen, zum Teil attrak­tives Ange­bot (sub­jek­tive Ein­schätzung), macht dafür aber den Weg frei damit neue Ange­bote entste­hen kön­nen.

Ich akzep­tiere die Ski-Fanatik­er, welche die Über­tra­gun­gen geniessen genau­so gilt es für die Fuss­ball- und Hock­ey-Fans. Aber für diesen Anspruch 462 Franken im Jahr bezahlen? Dafür gibt es andere Lösun­gen. Wenn die SRG auf­grund der Ini­tia­tive „JA zur Abschaf­fung der Bil­lag-Zwangs­ge­bühr“ zur Selb­ständigkeit gezwun­gen wird, wer­den sich rasch Lösungsan­sätze für diese Bere­iche aufzeigen. Denn wo ein Markt (poten­tielle Kun­den) sind, da lässt sich ein Geschäftsmod­ell nicht lange bit­ten. Jed­er, inklu­sive die Hock­ey- und Fuss­ball­fans wer­den weniger für die Nutzung dieser Ange­bote bezahlen müssen, wenn dieser Fall ein­trifft. In der heuti­gen Zeit bezahlt fast jed­er bere­its ein dig­i­tales Radio- und Fernse­hange­bot, bei welchem die Sender­auswahl mit­bezahlt wird, sowie zusät­zliche Anschlussge­bühren (UPC Cable­Com, Quick­line, Swiss­com). Jährlich kommt die Frage auf, was die SRG (als Haupt­prof­i­teur der TV und Radi­ogebühr) geleis­tet hat, dass ich mir auch einen Pro7 oder Kabel1 am Feier­abend zu Gemüte führen kann. Die Bil­lag-Zwangs­ge­bühr muss ab 2019 sog­ar jed­er zahlen, ob er Radio und Fernse­hen nutzt oder nicht. Eine „Steuer“ für die all­ge­meine Nutzung der TV- und Radi­oland­schaft im 21. Jahrhun­dert? Das muss geän­dert wer­den, von jedem der nicht annäh­ern einen grossen oder „angemesse­nen Teil“ des „Ser­vice Pub­lic“ nutzt.

Unsere Nach­bar­län­der bezahlen genau­so zäh­neknirschend wie wir die TV und Radi­ogebühren, aber wir kön­nen etwas daran ändern. Nehmen wir die Chance wahr! Helft mit und fördert  Diskus­sio­nen über dieses The­ma, macht die Ini­tia­tive Bekan­nt, und das wichtig­ste wenn es soweit ist: Geht wählen!

JA zur Abschaf­fung der Bil­lag-Zwangs­ge­bühr

Fernseh und Radiobegühren Aufteilung

Gemäss den alten Zahlen des Bun­des, wur­den im Jahr 2014 rund 1,3 Mia. Franken über die Emp­fangs­ge­bühren ein­genom­men. Davon wur­den 1,2 Mia. Franken für die Finanzierung der Radio- und Fernseh­pro­gramme der SRG ver­wen­det. 54 Mio. Franken flossen in das Gebühren­split­ting zugun­sten lokaler und regionaler Rund­funkan­bi­eter. Zusät­zlich wurde diesen 0,5 Mio. Franken an die Kosten, die im Rah­men der Ein­führung neuer Tech­nolo­gien für die Errich­tung von Sender­net­zen entste­hen, zugesichert. Die retlichen Ein­nah­men wur­den für die Nutzungs­forschung (2,5 Mio. Franken) und die Ver­wal­tungstätigkeit (Bil­lag AG 50 Mio.; BAKOM 4 Mio.) einge­set­zt.

https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/kultur-medien-informationsgesellschaft-sport/medien/medienoekonomische-aspekte/oeffentliche-medienfinanzierung-bundesebene.html

Gast­beitrag von Mar­co Hofer, Perlen