Medienwende: Ein Plan B für die SRG nach No-Billag: Lasst hundert Blumen blühen!

Falls die No-Bil­lag-Ini­tia­tive angenom­men wird, sieht das SRG-Top-Man­age­ment keinen anderen Weg, als gle­ich den Laden dicht zu machen. Das ist ein­fall­s­los und muss nicht sein. Wir schla­gen hier einen ganz ein­fachen Plan B vor.

Und wir stellen ihn gemäss dem Mot­to des chi­ne­sis­chen Rev­o­lu­tionärs und Staats­führers Mao Zedong „Lasst hun­dert Blu­men blühen, lasst hun­dert Schulen miteinan­der wet­teifern“ (百花齐放,百家争鸣 — Bǎi huā qífàng, bǎi jiā zhēng­míng) mit dem Aufruf an alle ins Netz, unseren Entwurf zu nehmen, um eine eigene Ver­sion zu ver­fassen und zu veröf­fentlichen (Hash­tag: #PlanB4SRG und/oder eMail: [email protected]). Das ist ein span­nen­des Exper­i­ment, um die Schwarmintel­li­genz im Netz in der direk­ten Demokratie zu nutzen: Was den SRG-Bossen nicht in den Sinn kommt, liefert die Net-Com­mu­ni­ty gle­ich hun­dert­fach! Easy und mit Fun — gle­ich, ob sel­ber aus­gedacht oder in der Gruppe ge-brain­stormt. Mit­machen zählt, selb­st wenn die Ergänzun­gen nur ger­ingfügig sind! So kön­nen sich Bürg­erin­nen und Bürg­er nicht nur an der Urne, son­dern zuvor schon im Netz mit konkreten Lösun­gen ein­brin­gen. (Und ja: Das soll nicht Abstim­mungskampf wer­den, son­dern ein gemein­samer kreativ­er Effort für den Fall sein, dass No-Bil­lag angenom­men wird — denn son­st braucht die SRG ja keinen Plan B…)

Plan B für die SRG
Ver­sion MedienWende.ch (vom 14.11.2017)
1. Die SRG braucht (nur) ein neues Inkas­so-Mod­ell
Die Pro­gramme wer­den ver­schlüs­selt und über die Kabel­be­treiber verteilt und auch von ihnen in Rech­nung gestellt. Nur wer zahlt, kann sie sehen. Da die Haushalte in der Schweiz zu weit über 90 Prozent verk­a­belt sind, kann ein solch­es Abon­nements­fernse­hen mit einem riesi­gen Vorteil starten: Die SRG startet mit ein­er hun­dert­prozenti­gen Mark­t­durch­dringung und muss nicht erst müh­sam Kun­den suchen (opt-in), son­dern nur dafür sor­gen, dass sie möglichst wenige ver­liert (opt-out). Das ist kaum anders als mit dem heuti­gen Bil­lag-Sys­tem: Die SRG war schon immer ein Bezahl-Fernse­hen. So wird das Inkas­so effizien­ter und gerechter. Wer nicht am Kabel ist, empfängt die SRG über Satel­lit, wo die Pro­gramme schon heute ver­schlüs­selt wer­den.
2. Die SRG bleibt schweiz­erisch und sendet in allen Lan­des­ge­gen­den
Nur weil das Inkas­so-Sys­tem angepasst wird, verän­dert sich die SRG nicht grundle­gend: Sie ist weit­er­hin der schweiz­erische Lan­dessender und ver­sorgt alle Lan­desteile angemessen. Das ist ihre Stärke, darauf muss sie bauen. Sie wird ihre Pro­gramme so verbessern und so anbi­eten, dass sie für möglichst viele Kun­den attrak­tiv sind. Das ist nur mit ein­er hohen Qual­ität möglich. (Befürch­tun­gen ein­er sog. “Berlus­con­isierung” sind ver­fehlt: Sie gehen von ein­er Wer­be­fi­nanzierung und nicht von einem Bezahlfernse­hen aus.)
3. Die SRG strafft ihr Ange­bot so, dass sie wach­sen kann
Die SRG ist seit ihrer Grün­dung organ­isch gewach­sen und nimmt heute auch Auf­gaben wahr, die nicht mehr zeit­g­mäss oder für die andere zuständig sind. Sie wird diese anders organ­isieren oder sich davon tren­nen. Vor allem wird sie neue Auf­gabenge­bi­ete suchen, um als Unternehmen zu wach­sen. Dazu gehören Koop­er­a­tio­nen mit Ver­anstal­tern und Medi­en­häusern im In- und Aus­land. Sie gestal­tet ihre Ange­bote so, dass sie damit den Markt möglichst bre­it abdeck­en und entsprechend höhere Ein­nah­men erzie­len kann. 
4. Die SRG ändert ihre Struk­turen so, dass sie an der Börse Kap­i­tal beschaf­fen kann
Heute ist die SRG als Vere­in mit verästel­ten Region­alge­sellschaften organ­isiert. Damit sie für ihr Wach­s­tum Kap­i­tal beschaf­fen kann, kon­sti­tu­iert sie sich neu als Aktienge­sellschaft und kann sich so (zumin­d­est teil­weise) an der Börse finanzieren. Vinkulierungsvorschriften kön­nen so for­muliert wer­den, dass aus­ländis­che Ein­flüsse oder einzelne Aktionäre nicht dom­i­nant wer­den kön­nen. Wesentliche Anteile des Aktienkap­i­tals kön­nen von der öffentlichen Hand (Bund, Kan­tone, Gemein­den) geze­ich­net wer­den, wom­it der Charak­ter der SRG als Unternehmen des schweiz­erischen Gemein­wohls unter­strichen wird, ohne dass damit ein Ein­fluss auf die Pro­gram­mgestal­tung möglich ist.
5. Eine neue Medi­en­poli­tik schafft geeignete Rah­menbe­din­gun­gen
Ausser­halb des direk­ten Zuständigkeits­bere­ichs der SRG muss eine neue Medi­en­poli­tik geeignete Rah­menbe­din­gun­gen schaf­fen. Ent­fall­en staatliche Zwangs­ge­bühren, sind auch staatliche Aufla­gen (Konzes­sio­nen) hin­fäl­lig. Anstatt Sender pauschal zu finanzieren, kann eine eid­genös­sis­che oder kan­tonale Medi­en­poli­tik einzelne Pro­duk­tio­nen fördern, auch regelmäs­sig. So kann der Staat weit­er­hin einen Ser­vice Pub­lic, etwa beim Radio, sich­er­stellen, dessen Umfang zu definieren und mit die Zeit anzu­passen ist. Damit die SRG den unmit­tel­bar anste­hen­den Wan­del erfol­gre­ich umset­zen kann, wird allen­falls eine Bun­des­garantie (ana­log Swis­sair, UBS) ange­bracht und nötig sein. 

 


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